Benefiz-Jazz Matinée                                                                      Mühlheim, 10. Mai 2009


Ein Buffet als Lichtblick

„Wir diskutieren und stimmen ab,“ antwortete Christoph Müller, Leiter der Friedrich-Ebert-Schule, auf die Frage, wie die Mitglieder des Lions-Club Mühlheim festlegen, welche gesellschaftlich relevanten Projekte sie unterstützen.

Am Sonntag, den 10.05.2009 hatte der Club ins Schanz eingeladen. Und die fünf exzellenten Jazzer von Herby´s Musikladen gestalteten musikalisch die jüngste Auflage der Benefiz-Matinee zugunsten der Kita „Arche Noah“ und des Projekts „Lichtblick“ mit Swing und Drive. Organisiert hatte den Vormittag das Clubmitglied Richard Gunkel.

Zu essen gab es reichhaltig am von hessischer Küche inspirierten Büffet. An sich kaum erwähnenswert, auch wenn es schmeckte. Doch das Büffet hing mit dem Projekt „Lichtblick“ zusammen, war von Jugendlichen angerichtet worden, die vom Gericht zu Sozialstunden verurteilt worden waren. Die Delikte der Delinquenten, um die „Lichtblick“ sich kümmert, nehmen sich vergleichsweise harmlos aus. „Schläger haben wir keine“, erklärte Gerd Sattler, der das Projekt zusammen mit Herrn Rumpeltes, dem Pfarrer der Evangelischen Friedensgemeinde in Dietesheim, betreut. Die einen hätten etwas bestellt und die Rechnungen ignoriert, die anderen seien ohne Fahrerlaubnis mit dem Auto gefahren oder hätten längere Zeit ohne plausiblen Grund den Schulunterricht geschwänzt. Ärgerlich für Firmen und Behörden, doch keine Taten, die Menschen traumatisieren.

Wichtig sei es, den Jugendlichen konkrete Aufgaben zu stellen, „mit einem Ziel vor Augen engagieren sie sich“. So betreut „Lichtblick“ die Obstwiesen am Main und auf den Gailenberg. Die Jugendlichen ernten die Äpfel und helfen beim Keltern. Außerdem säubern sie öffentliche Plätze wie vor der Musikschule oder am S-Bahnhof. Dadurch entwickele sich soziale Kontrolle untereinander. „Wirft der eine seine Kippe auf den Boden, muss die der andere am nächsten Tag aufheben“, gibt Gerd Sattler wieder, was er täglich wahrnimmt. Und viele Jugendliche hielten noch den Kontakt zu „Lichtblick“, lange nachdem sie die Sozialstunden abgeleistet haben.

Um gänzlich anderes geht es bei der „Arche Noah“, der integrativen Kita der Friedensgemeinde. Behinderte Kinder besuchen dort mit Kindern ohne Handicap die selben Gruppen. „Natürlich ist ein solcher Kindergarten mit Mehraufwand verbunden als ein konventioneller“, sagt Susanne Pribbernow, stellvertretende Leiterin der Arche. Vier Erzieherinnen und zwei Heilpraktikerinnen sind ständig für die 30 Kinder da, von denen zehn körperlich und geistig behindert sind, einige auch beides zusammen. Nicht behinderte Kinder „lernen hier von früh an soziales Verhalten“. Oft komme es vor, „dass gesunde Kinder andere mit sehr schweren Behinderungen zu Hause besuchen“. Außerdem leisten Zivildienstleistende in der Arche ihre neun Monate ab, „was gut für die Kinder ist,“ betonte Susanne Pribbernow. Im Gegensatz zu den pädagogischen Kräften „spielen die mit ihnen Fußball“.

Im Moment braucht die Arche besonders einen Gegenstand mehr als jeden anderen: „einen Kleinbus für die Rollstühle“, denn im jetzigen Gefährt fehle es mittlerweile an Platz.

Alleine deshalb sind Einnahmen wie die des Lions Club willkommen.

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